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13-04-21-Grundierung

Natürlich enthalte Genesis 1 veraltete und - naturwissenschaftlich gesehen - falsche Vorstellungen, sagt Frank Crüsemann in seinem Bändchen „“Seht, welch ein Gott“ (Bethel 1987).
Wer sich aber darauf fixiere, handele wie jemand, „der auf einer alten Schallplatte mit einer nur auf ihr erhaltenen wunderbaren Musik allein die kratzenden Nebengeräusche hört.“

Das Licht sei gut, „d.h. dem zugedachten Zweck voll entsprechend -undenkbar, dass analoge Aussagen über die Finsternis fallen würden. … die Finsternis ist nicht >gut<“. Unter anderem daraus gehe hervor, „dass für die Priesterschrift >Licht< und >Finsternis< mehr und anderes sind als naturwissenschaftlich messbare Größen.“ (Jörg Jeremias, GPM 2/2001, 231)



13-04-21-Predigt zu Genesis 1,1-4a.26-31;2,1-4a

1. ICH GLAUBE AN GOTT, DEN SCHÖPFER
„Ich glaube an Gott, den Vater,
den … Schöpfer des Himmels und der Erde.“
Das, liebe Gemeinde, bekennen Christen in nahezu jedem Gottesdienst.
Seit 2000 Jahren.
Millionen und Abermillionen von Christinnen und Christen!
„Ich glaube an Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde.“
Bloß: die unendliche Wiederholung dieses Glaubenssatzes
hat kaum einen Christenmenschen davon abgehalten,
mit der Schöpfung mörderisch umzugehn,
mit den Tieren, mit aller Kreatur … .
Und miteinander!

Ich glaube an Gott, den Schöpfer.

Wahrscheinlich ist dieser eine Satz auch viel zu kurz.
Was damit gemeint ist,
davon erzählen die ersten Sätze der Heiligen Schrift:

Zweite Stimme:
„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Und die Erde war wüst und leer,
und es war finster auf der Tiefe;
und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
Und Gott sprach: Es werde Licht!
Und es ward Licht.
Und Gott sah, dass das Licht gut war.
Da schied Gott das Licht von der Finsternis.

Und Gott sprach:
Lasset uns Menschen machen,
ein Bild, das uns gleich sei,
    die herrschen über die Fische im Meer
    und die Vögel unter dem Himmel
    und über das Vieh
    und über alle Tiere des Feldes
    und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.

Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde,
zum Bilde Gottes schuf er ihn;
und schuf sie als Mann und als Weib.
Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen:
    Seid fruchtbar und mehret euch
    füllet die Erde
    und machet sie euch untertan
    und herrschet über die Fische im Meer
    und die Vögel unter dem Himmel
    und über das Vieh
    und über alles Getier, das auf Erden kriecht.

Und Gott sprach: Sehet da,
ich habe euch gegeben
    alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde,
    und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.

Aber allen Tieren auf Erden
und allen Vögeln unter dem Himmel
und allem Gewürm, das auf Erden lebt,
habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben.
Und es geschah so.
Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte,
und siehe, es war sehr gut.
Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer.
Und so vollendete Gott am siebenten Tag seine Werke, die er machte,
und … ruhte … am siebenten Tage
von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.
Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn,
weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen
und gemacht hatte.
So sind Himmel und Erde geworden, als sie geschaffen wurden.“


2. SO WAREN HIMMEL UND ERDE
So waren Himmel und Erde!
Als sie geschaffen wurden.
So schön.
So geordnet.
So gut.
Nein: Sehr gut. Note eins.

Und am Ende: so ruhig!

Gott … ruhte.
So waren Himmel und Erde.
Wenig später schon,
bereits im fünften Kapitel der Genesis, war´s ganz anders.

Zweite Stimme:
„Da sah Gott die Erde an, und siehe, sie war verderbt.“
Und die Schrift erzählt, dass Gott
- wenig später (aus seiner Sicht), Millionen Jahre später (aus unsrer) -
die Bosheit der Menschen sah.
Er sah, dass „der Menschen Bosheit groß war auf Erden
und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war.“
Und es reute ihn, dass er das alles gemacht hatte, so die Schrift,
die Menschen, die Erde, das Vieh „bis hin zum Gewürm“.
Er reute ihn.
Und er entschloss sich zur Sintflut.

Da aber sind wir heute noch nicht,
heute auf der ersten Seite der Bibel,
heute am Sonntag Jubilate,
am Sonntag „Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret“.
Heute sind wir ganz am Anfang.
Heute sind wir an dem Schnittpunkt der Welt, als alles geschaffen wurde.
Schön, geordnet, sehr gut.
Und am Ende: unendlich ruhig.

Heute sind wir - modern gesprochen - einige Äonen nach dem Urknall,
an der Stelle, wie Himmel und Erde denn gedacht waren.

Bloß damit wir uns nicht missverstehen:
Ich glaube nicht, dass die Erde in sechs Tagen erschaffen wurde,
wie es christliche Fundamentalisten von ihren Leuten verlangen.
Aber ich glaube an diese uralte Deutung der Welt:
schön, geordnet, sehr gut, unendlich ruhig.
Das nur, damit wir uns nicht missverstehen.


3. „MIT DEM AUFSTRAHLEN DES LICHTES GOTTES MUSS ALLE FINSTERNIS ZURÜCKWEICHEN“1
Heute geht es um eine wahre Weltgeschichte,
um die Frage, wie das Ganze eigentlich gedacht war.
Heute sind wir vor der Sintflut.
Und vor uns.
Lange vor uns.
Lange vor uns modernen Menschen, die
unbarmherzig über diese Erde herrschen,
für die
    „die Fische im Meer,
    die Vögel unter dem Himmel,
    das Vieh und alles Getier, das auf Erden kriecht“
bloß Material sind.
Heute sind wir lange,
ganz, ganz lange, vor Ozonloch,
vor Artensterben, vor Tschernobyl und Fukushima.
Heute sind wir bei der Anfangsfrage,
wie das alles,
das mit Himmel und Erde, mit aller Kreatur und uns
denn gedacht war.
Die Erde damals - erzählt die Schrift - war wüst und leer.
Auf Hebräisch: Tohuwabohu.
Tohuwabohu …
- so erleben manche Eltern von Konfirmandinnen und Konfirmanden
die Zimmer ihrer Kinder.
Tohuwabohu.
Ganz am Anfang war nur das: Tohuwabohu,
was Luther mit „wüst und leer“ übersetzte.
Im Tohuwabohu ist es dunkel.

Zweite Stimme:
„Es war finster.“
Es war finster.
Ganz dunkel.
Keine Sonne, kein Frühling, nichts.
Das Tohubawobu wird nicht ganz abgeschafft, damals Anfang.
Die Finsternis bleibt.
Das Dunkle, das Erschreckende, das, was kein Mensch versteht,
die Finsternis unsrer Herzen und die Finsternis der Welt,
das alles bleibt,
bleibt bestehen.
Es wird allerdings eingeordnet:
in Tag und Nacht, in Licht und Finsternis.
Es ist nicht so, das da - ganz am Anfang -
alles bloß Licht gewesen wäre,
nichts als Freude und Sonnenschein.
Die Finsternis bleibt.
Sie bleibt in der Nacht.
In meiner Nacht, in Ihrer Nacht, in der Nacht der Welt.
Gott schied das Licht von der Finsternis.
Und schuf Tag und Nacht.
Da - am Anfang - strahlt ein göttliches Licht auf, das
die Finsternis der Welt und unsre eigene begrenzt und einordnet.
Die Finsternis muss zurückweichen, seit dieses göttliche Licht erschienen ist,
auch wenn sie noch da ist und wirkt.
Und selbst nach dem ersten Weihnachten,
beim Erscheinen des wahren Lichtes Jesus Christus,
hat „die Finsternis es nicht ergriffen2.
Selbst die Finsternis in uns muss zurückweichen,
auch wenn sie in uns noch wirkt.

4. GOTTESEBENBILDLICHKEIT
Zweite Stimme:
„Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei [..]
Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde,
zum Bilde Gottes schuf er ihn,
als Mann und als Weib.“

Der Mensch als Bild Gottes?
Wir?
Ja!
Wir sind Ebenbilder des Göttlichen.
Darin wurzelt übrigens unsre Menschwürde
- vor all dem, was wir leisten, was wir schaffen.
Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 stellt fest:
Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Die Würde jedes Menschen ist unantastbar.
Sie ist zu achten und zu schützen - vom Staat,
aber eben auch von uns.
Aus meiner Sicht
setzt der Gedanke von der unantastbaren Menschenwürde voraus,
dass wir im Anderen das Bild Gottes, die Spur Gottes, entdecken.
Wenn die Würde des Menschen unantastbar ist,
erhält der Mensch etwas Heiliges.
Auch wenn die allgemeine Erklärung der Menschenrechte ohne Gott auskommt.
Wenig später heißt es in der Genesis:

Zweite Stimme:
„Wer Menschenblut vergießt,
dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden;
denn Gott hat den Menschen in seinem Bilde gemacht.“
Deshalb:
„Mach dir kein Bild vom Anderen, […]
suche das Ebenbild, den göttlichen Funken im Anderen.
Und in dir.
Gott formt sich in uns. […]
Gottes Sein ist in uns im Werden“3
- und womöglich im Verschwinden.
Denn wir sollten nicht verschweigen: das Ebenbild kann zur Fratze werden!
Wenn der Mensch vergisst, „dass er ein Mensch doch ist.“
Sind die Menschen, die
acht aus der Türkei stammende Mitbürger
und einen aus Griechenland zugewanderten Kleinunternehmer
per Kopfschuss ermordeten,
sind diese rassistischen Mörder Ebenbilder Gottes?

Sind die Menschen, die ihr Foltern auf Video aufnehmen, Ebenbilder Gottes?

„Das Menschengesicht kann sich verzerren, kann zur Fratze werden. […]
Und dennoch,
und dennoch:
Zum Ebenbild sind wir bestimmt.
In jedem steckt etwas Unverlierbares“4 ,
auch wenn es verschwunden zu sein scheint.

5. DER HERRSCHAFTSAUFTRAG
Zweite Stimme:
    Macht euch die Erde untertan
    und herrscht über die Fische im Meer
    und die Vögel unter dem Himmel
    und über das Vieh
    und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“

Ein verhängnisvoller Satz.
Carl Amery dachte bereits 1972,
heute würde Gott anders reden als damals, ganz am Anfang.
In seinem Buch
„Das Ende der Vorsehung. Die gnadenlosen Folgen des Christentums“
gibt er dem Christentum eine Mitschuld
an der globalen Umweltzerstörung.
Das Buch - 1972 erschienen! - endet mit einem „Wort des abwesenden Gottes“.
Darin erklärt der abwesende Gott,
er fordere von uns Menschen nichts zurück:
    die Blauwale nicht
    und auch nicht seine Laufvögel,
    keine einzige ausgerottete Gattung.
Gott sagt:

Zweite Stimme:
„sie gehören alle dir.
du stehst auf ihnen,
du hast ihre kadaver in die brunnen deiner welt geworfen
und klagst nun, dass das wasser faul ist.“5

Solange wir Menschen gefressen wurden
- lässt Carl Amery seinen abwesenden Gott sagen -
solange wir gefressen wurden,
hätten wir Menschen die Welt des Fressen und
Gefressenwerdens als unerträglich erlebt.
Nun aber sei es anders:

Zweite Stimme:
„nun frisst du selbst,
frisst und frisst,
und schreist darüber,
dass du nun vielleicht doch gefressen wirst.“

Und der Dichter lässt seinen Gott weiter sagen,
wir Menschen meinten,
wir allein seien nach seinem Bilde geschaffen, wir allein.

Zweite Stimme:
„Ich aber sage dir:
an dir allein ist es, bildnis und gleichnis zu werden. […]
Glück für einen allein gibt es nicht.“6
Und Amery lässt Gott auch von Christus reden.
Er, Christus habe uns ein Beispiel gegeben,
dass wir tun, wie er getan hat: dienen.
Den Brüdern und Schwestern dienen:
Sonne, Mond, Ochs, Esel, Schimpansen, Ameisen, Bäumen,
Regen und Tau.
Vor 40 Jahren klang das verrückt
- ein bisschen wie Franz von Assisi, dessen Sonnengesang
wir am Anfang dieses Gottesdienstes gesungen haben.
Heute verstehen wir diese Gottesrede auf Anhieb.
Und in der Ironie Amerys - ja: selbst in seiner Satire
steckt versteckt so etwas wie Gotteslob:
das Lob des Schöpfers
dieses unglaublich erwählten blauen Planeten, der
ganz anders gedacht war, als das, was Menschenwerk
daraus gemacht hat.
Gedacht war das Ganze als etwas sehr Gutes.

5. KRONE DER SCHÖPUNG
Der Mensch als Krone der Schöpfung?
Eigentlich nicht!
Die Krönung der Schöpfung ist der siebte Tag.
Der Tag, an dem Gott geruht hat,
an dem er geruhte, nichts, schier gar nichts zu tun.

Zweite Stimme:
„Und Gott ruhte am siebten Tag von allen seinen Werken.“
Gott …,
Gott ruhte!

Zweite Stimme:
„Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn,
weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken.“
Und wir?

Der Sonntag ist auch dazu da,
sich an die Schöpfung zu erinnern,
dieses „sehr gut“ zu feiern.
    Ruhn,
    …
    zum Essen einladen und sich treffen,
    nichts tun, gar nichts,
    …
    Zeit nicht verplanen, sondern kommen lassen, was kommt.
    …
    Ja: auch einen Gottesdienst feiern - reiner Luxus!
Dazu ist der Sonntag da.
Manche unsrer Bibel-Fachleute meinen,
dieses „ruhte“ sei eigentlich nicht richtig übersetzt.
Eigentlich müsste es heißen:
„Gott hörte auf, er nahm Abstand.“7
Und wie gut tut uns das,
ein Mal in der Woche, einen einzigen Tag,
aufzuhören
und Abstand zu nehmen.

6. CODA
Der erste Schöpfungsbericht der Bibel, der so gar nicht
ins heutige Weltbild zu passen scheint,
spurt uns auf Wege ein,
wie wir uns in die Schöpfung einordnen können,
ohne sie zu zerstören:
    Die Schöpfung ist schön und geordnet und sehr gut.
    Die Finsternis muss zurückweichen, die Finsternis in uns und die Finsternis der Welt, selbst wenn sie noch wirkt.
    Das Ebenbild Gottes, den göttlichen Funken können wir suchen: in anderen und in uns.
    Es liegt an uns, Bildnis und Gleichnis zu werden.
    Wie gut tut uns das, ein Mal in der Woche, einen einzigen Tag, aufzuhören und Abstand zu nehmen.
Religion ist Unterbrechung.8

Lobe den Herrn, meine Seele!



13-04-21-Liturgie

Eingangslied: EG 316,1-3/RG 242,1-3
(Lobe den Herren, T: Joachim Neander)

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes feiern wir den Gottesdienst am Sonntag Jubilate,
    im Namen Gottes, des Vaters, der mich geschaffen hat samt aller Kreatur,
    in Jesu Namen, der bei den Tieren war - damals im Stall,
    im Namen des Heiligen Geistes, der über den Wassern schwebte, als alles begann.

Den Schöpfungspsalm 104, liebe Gemeinde,
versprechen wir [N.N. und ich]
mit einem modernen Schöpfungspsalm
und mit Worten des Franz von Assisi, die wir alle singen:
Psalm 104 i.A. - alternativ zum Wochenpsalm - Lied: RG 529,1-2/Laudato si, Verse 1-2
(T: nach dem italienischen Sonnengesang des Franz von Assisi)

Du lässt Brunnen quellen in den Gründen,
dass die Wasser zwischen den Bergen hin fließen,
dass alle Tiere auf dem Felde trinken
und das Wild seinen Durst lösche.
Du feuchtest die Berge von obenher;
du machst das Land voll Früchte, die du schaffest;
du lässt Gras wachsen für das Vieh
und Saat zu Nutz den Menschen,
dass du Brot aus der Erde bringest,
und dass der Wein erfreue des Menschen Herz,
dass seine Gestalt schön werde vom Öl
und das Brot des Menschen Herz stärke.

Zweite Stimme:
„Die Möwen finden jeden Tag ihre Fische
und die Eule jede Nacht ihre Frösche und Mäuse.
Du bereitest dem Kuckuck sein Mahl“
aus Raupen und Würmern.
Lied: RG 529,3-5/Laudato si, Verse 3-5
(T: nach dem italienischen Sonnengesang des Franz von Assisi)

HERR, wie sind deine Werke so groß und viel!
Du hast sie alle weislich geordnet,
und die Erde ist voll deiner Güter.
Ich will dem HERRN singen mein Leben lang
und meinen Gott loben, solange ich bin.

Zweite Stimme:
„Du öffnest deine Hände
und schüttest Segen über alle Tiere aus.
Und an demselben Tag, an dem du
die Hummel aus ihrem Winterschlaf weckst,
öffnest du die Blüten der Weiden.“

Lied:RG 529,16-7Laudato si, Verse 6-7
(T: nach dem italienischen Sonnengesang des Franz von Assisi)

Kyrie
So spricht der Herr
- allerdings nur im Buch eines Schriftstellers:
Du Mensch, du hast die Erde erobert.
„du hast die zeichen deines sieges
und die zeichen der vernichtung
in die flanken der Berge,
in den schoß der erde,
auf die linien des wassers geschrieben.“9
Erbarme dich unser! Gloria
nach dem Sonnengesang des Franz von Assisi (1181- 1226) „Du höchster, mächtigster, guter Herr,
dir sind die Lieder des Lobes,
Ruhm und Ehre und jeglicher Dank geweiht,
dir nur gebühren sie, Höchster,
und keiner der Menschen ist würdig,
dich nur zu nennen.
Gelobt seist Du, Herr,
mit allen Wesen, die Du geschaffen,
der edlen Herrin vor allem, Schwester Sonne,
die uns den Tag heraufführt und Licht mit ihren Strahlen,
die Schöne spendet,
gar prächtig in mächtigem Glanze:
Dein Gleichnis ist sie, Erhabener.“

Gebet
Endlich Frühling, endlich Frühlingserwachen!
Lass uns wach werden und die nötigen Schritte tun.
Gin uns Kraft, Mut und Phantasie,
Salz der Erde zu werden.

Lesung: Röm 8,18-23 (alternativ zu Evangelium oder Epistel)
Lied vor der Predigt: EG 427
(Solang es Menschen gibt auf ErdenT: Dieter Trautwein/M: Tera de Marez Oyens)

Lied nach der Predigt: EG 316,4-5/RG 242,4-5
(Lobe den Herren, T: Joachim Neander)

Fürbitten
Schöpfer Gott,
die goldenen Tage der vergangenen Woche lehren uns,
wie schön du die Schöpfung gemacht hast,
wie gut die Erde ist.
Dennoch bangen wir um die Balance der Natur.
Gib den Menschen, die weit reichende
Entscheidungen treffen, Weisheit und Mut.
Lass sie beherzt auch ungewöhnliche Wege gehen!
Und lass uns sehen, was wir tun können,
um deine Schöpfung zu bewahren.

Schöpfer Gott,
du willst, dass deine Welt im Gleichgewicht bleibt.
Aber deine Ordnung wird täglich verletzt.
So bitten wir heute für die die geschundene Kreatur,
für das Wasser
und für die Luft, die wir mit allen andern Lebewesen teilen.

Schöpfer Gott,
du gibst uns eine Welt, in der wir leben können,
und du lässt uns nicht allein.
Du kümmerst dich um uns.
Du hörst uns, auch wenn wir dich gerade nicht hören.
Sei mit uns,
um uns,
in uns, deinen Geschöpfen!

Nach einer Weile der Stille beten wir

Vaterunser

Schlusslied RG 8
(Ich lobe meinen Gott; T: Hans-Jürgen Netz/M: Christoph Lehmann)

Segen



1 Jörg Jeremias, in: GPM 2/2001, 231
2 Jh 1,5
3 nach einer Bibelarbeit von Friedrich Schorlemmer auf dem Ökumenischen Kirchentag,, 31. Mai 2003
4 Friedrich Schorlemmer
5 Carl Amery, Das Ende der Vorsehung. Die gnadenlosen Folgen des Christentums, Reinbek 1972, 252
6 a.a.O. 252f
7 so etwa Frank Crüsemann, „Seht welch ein Gott“ Bibelauslegungen, Bielefeld 1987, 22
8 Johann Baptist Metz
9 Carl Amery, Das Ende der Vorsehung. Die gnadenlosen Folgen des Christentums, Reinbek 1972, 251

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